Peru – Peru: Mancora, Trujillo, Lima

Die Grenze nach Peru können wir zügig überqueren. Wir machen einen kurzen Stop, stellen uns in der Schlange an und erhalten nach 10-15 Minuten unseren Stempel. Na Super, geht doch ! Um 02:30 Uhr sind wir am anvisierten Ort namens Mancora. Es ist eine übersichtliche Ortschaft direkt am Strand. Am wirklich kleinen Busbahnhof, der seinen Namen nicht wirklich verdient steigen um die sechs Gäste aus. Der Bus fährt zügig weiter nach Lima. Mit einem Tuctuc fahren wir zum gebuchten Hostel. Aufgrund fehlender www-Verbindung in den letzten Tagen und einhergehender Kommunikation mit dem Hotel müssen wir nun gefühlte 30 Minuten fleissig klopfen und Lärm machen, bis man uns wahrnimmt. Die Athmospähre um uns herum ist Mystisch. Wir stehen auf Sand. Hören das Meer. Keine Menschenseele um uns herum, bis plötzlich neben uns ein Bus-Mitreisenden auftaucht, der zu Fuss den Weg zum Strand suchte. Er wollte dort schlafen, erkannte uns wieder und hofft nun auf eine bessere Bleibe. Ein verschlafener aber freundlicher Mitdreissiger öffnet wenige Momente später das große Tor.

Wir drei erreichen unsere Ziele. Er bekommt einen angestrebten Hängemattenplatz. Wir ein Zimer, welches das eigentliche Schlafzimmer des Vermieterpaares ist. Da auch das Kinderzimmer vermietet ist, schläft die gesamte Familie im Zelt hinter dem Haus.

Das Wohnhaus selbst ist eine spartanische Konstruktion aus Bambus. Von innen nur löchrig mit Zement verputzt. Der Boden ist geglätteter Beton. Die Familie sehr arm. Wir haben Glück, denn unser Zimmer war nächtens frei, sodass wir uns direkt noch in freie Betten legen konnten.

Unser Tag beginnt nun mit einem netten Gespräch und unerwarteten Frühstück mit den Landlords (ich mag dieses Wort für Vermieter immer noch). Wir erkunden anschliessend den Ort und den Strand. Wir hören auf die Empfehlung einer lieben Freundin namens ‚Franzi‘ (LG aus P) und probieren ‚PiscoSour‘, ein spezieller Drink, der auch RICHTIG lecker schmeckt. Sowohl der erste als auch weitere die folgen. Wir genießen entpannte Spaziergänge am Strand und den Genuss weiterer PiscoSour beim Sonnenuntergang.

Unsere wirklich sehr einfache Unterkunft, mitten im Nirgendwo…, komplett einfach aus Bambus errichtet.
Unser Schlafgemach, das Elternzimmer (Die Wände bestehen aus in Streifen aufgeschnittenen Bambus, teilweise einseitig mit Mörtel beschmiert)
Das Bad mit teilweiser Durchsicht nach draussen (siehe Wasserleitung Dusche, Ecke der Dusche, Gewebe auf Bambus meist sichtbar)
Der Blick direkt neben dem erwähnten Tor zur Unterkunft.
sundown so beautiful…
sundown so beautiful…
so beautiful-lady-pisco sour-sundown-so beautiful…

Es geht mit einem Nachtbus weiter nach Trujillo. Dort kommen wir angenehm morgens an und stellen unser Gepäck beim Busunternehmer im Büro ab, da wir abends bereits weiterfahren wollen. Hört sich stressig an, ist es aber nicht. Stress wäre hausgemcht. Unsere Reduzierung von Kleidung und Schnickschnack auf das Wesentliche vereinfacht den Alltag auf so einer Reise sehr !!

Wir besuchen Ausgrabungen die von einem englisch sprechenden Guide namens Ricardo begleitet werden. Er ist äußerst freundlich und spricht neben spanisch und englisch sogar deutsch, ein wenig deutsch. Sein bester Freund habe kurze Zeit in Deutschland gelebt. Von ihm habe er unter anderem seinen Lieblingssatz gelernt:   ‚Hau ab Du Penner !‘.  Lustig wie er das sagt.   Fussballbegeistert freut er sich, dass Claudio Pizarro („schon ein bisschen alt“) in Köln spielt.

Unser Erklärbär Ricardo.
Das Bild zeigt die 4. Etage. In jeder Etage wurden Gläubige begraben. Wenn die Gräber eine gewisse Höhe hatten wurde eine neue Ebene geschaffen und es begann von vorn.
Wenn man ins Bild scrollt erkennt man die fleissige Arbeit von vermutlich sehr sehr  v i e l e n  fleissigen Maurern, die diese Riesenanlage errichtet haben.

Unser Rückweg führt an der Straße zu einem Stand, wo wir Maisbier probieren dürfen. Kein Reinheitsgebot – aber echt lecker das Zeug ! In einer einfachen rustikalen aber gemütlichen Bar einige Meter weiter machen wir eine Pause. Die Betreiber sind drei Brüder, die direkt einer indigenen Linie abstammen. Einer guckt uns dauerhaft an und scheint von unserem Deutsch begeistert zu sein. Der Jüngste mit ca. 45 Jahren macht den DJ, spielt Rockklassiker der 70er und 80er und ist bei jedem neuen Song an unserer Meinung interessiert. Der Mittlere erklärt, das er vor Jahren eine Künstlerin aus Berlin durch die peruanische Kunst und Kultur geführt habe. Seit kurzem sind sie beide nunmehr verheiratet. Er stehe vor seiner ersten Reise nach Berlin, wo seine Frau derzeit eine Ausstellung habe. Irgendwann heißt es auch hier auf Wiedersehen… maybe in Berlin … und mit dem Taxi geht’s zum Busbahnhof. Dort startet unser Nachtbus nach Lima.

Die Verkäuferin des Mais-Bier trinkt aus einem ortsüblichen Behältnis, einer Kalebasse.
Beide mussten bis 2018 warten um zu erkennen, das sie eine Gemeinamkeit haben: Indigen aus Peru und Indigen aus dem Sauerland. Beide in Migranten verliebt.      Achso… beide mögen auch Bier.

In Lima kommen wir ausgeruht an. Unsere Plätze hatten bequeme 180-Grad-Liegesitze. Augenscheinlich ähnlich den 1. Klasse-Plätzen im Flugzeug. Wirklich !! Uns erwartet in Lima eine Großstadt mit modernem Leben. Wir erkennen, das Peru heiß auf die Fußballweltmeisterschaft in Russland ist, denn sie dürfen nach 36 Jahren wieder daran teilnehmen. Überall werden Trikots im Original und als Fälschung verkauft und getragen.

Wir probieren unterwegs ‚Inka Cola‘. Ein chemiegelbes Getränk, welches von einem britischen Imigranten 1910 dort erfunden wurde. Der Hauptbestandteil ist der Zitronenstrauch. Es schmeckt süß und irgendwie nach Kaugumm. Es hat hier und den angrenzenden Lädern einen größeren Marktanteil als Coca-Cola.

IncaKola – nun ja … steht ja drauf !!

Eine ‚free walking Tour‘ soll uns Lima näher bringen. Eine 10-Millionen-Stadt braucht wohl eine Führung. Mit 13 anderen Touris spazieren wir durch die Stadt und erfahren mehr über historische Bauwerke, politische Karikaturen, Kirchen und einer Statue, wo die Franzosen Mist gebaut haben.

Der Treffpunkt zur Tour war eine Kneipe mit diesem Regal. Wer suchet der findet auch was Leckeres aus seiner Heimt… !!
Der Zentrale Platz in Lima mit historischen Gebäuden. Alles unter den Augen der Obrigkeit.
Man sagte das es eines der ältesten Eingänge religiöser Kathedralen auf der Erde sei, oder so ähnlich…
Sah einfach nur cool aus mit … ALLEM !
Straßenbild, in der Ferne blau… rechts rot.
Die Peruaner liessen an diesem Platz eine Statue errichten. Teil dieser Statue ist die abgebildete Dame. Der Auftrag sie herzustellen ging an talentierte Bildhauer und Bronzegiesser in Frankreich. Man beschrieb im Auftrag das die Dame einen Helm trug mit ‚Chama‘ obenauf.  Die Franzosen dachten, das ‚Chama‘  Lama  bedeutet (vielleicht wars in undeutlicher Handschrift niedergeschrieben ??) und designten ein Lama auf den Helm. Chama bedeutet jedoch… Flamme.  Die Peruaner dürften bei der Lieferung überrascht geguckt haben… Ich fands witzig !

In Lima bewegen wir uns motorisiert immer mit Uber von A nach B. Manch ein Fahrer schien so jung das wir ihn fragen wollten, wieso er nicht in der Schule sei. In vielen Großstädten stehen sich Taxi und Uber eher verfeindet gegenüber.  Wir erfuhren später von einer bösen Schlägerei in Manaus in Brasilien. Hier in Lima war es eher so, das ein Taxifahrer sich auch über Uber mieten ließ. Also alles entspannt. Leider gibt es Uber in Deutschland nicht / noch nicht. Es wäre eine Bereicherung für Nebenjobler und Kunden. Das amerikanische Unternehmen erhält je Fahrt 20 % des Fahrtpreises. Wir haben in diesem Jahr KEIN negatives Erlebnis mit Uber gehabt. Oftmals gab es Bonbons, Erfrischungstücher, Wasser, Wifi per Hotspot  oder sogar aktuelle Lektüre. Wenn wir wussten das längere Fahrten anstanden, haben wir uns die Handy-Nr eines Fahrers notiert und ihn per whatsapp zu seinen Gunsten ohne den 20%-Abzug gebucht.  Ich musste oftmals an Taxifahrer in Köln denken, die nur bedingt deutsch sprechen oder ihre Freundlichkeit / Aufmerksamkeit zu Hause gelassen hatten. Ich denke Uber täte uns gut.

Wenn wir über UBER einen Wagen buchten (und das taten wir sehr oft) sieht es so aus:  Alvaro ist mit dem Fahrzeug (hier ein chinesisches Modell der Automarke ‚Great Wall‘) und Kennzeichen in 9 Minuten an unserem eingegebenen Abholort. Erst dort erhält er dann systembedingt unseren Zielort. So wird sichergestellt, das ein Fahrer ein kurz entferntes Ziel oder eines wozu er keine Lust hat… nicht ablehnt. Das ich das hier zeige dient nicht nur der geschilderten Info, sondern auch dem dargestellten Bild der Anfahrtstrecke. Ich fands originell. Es sieht aus wie ein Tierkopf.
Die seltsam anmutende Schlangendame ist komplett aus Pappe hergestellt und steht am Eingang einer originellen Galerie.
Diese große Wandmalerei begeisterte uns Besonders !!
Was wir so alles im Kopf haben. Ein peruanischer Künstler sieht das so.

LIMA … es hat Spass gemacht bei und mit Dir !    Gracias !

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