Was haben die verzauberten Inseln mit wulstigen Kriechtieren, einer Heldentat und dem Besuch von Onkel Charles zu tun ?! – plus NEUES Video !!

Einen Ort der Patricia und mir nur im TV und aus der Literatur zugängig war bekam nunmehr eine spürbare Nähe. Wir flogen auf die Galapagosinseln, ca. 1.000 km vom Festland entfernt. Sie wurden 1535 vom Bischof von Panama auf dem Weg nach Peru versehentlich entdeckt. Man landete dort und suchte Trinkwasser für die Weiterreise. Es starben zwei Seemänner und einige Pferde während der Suche. Da man so weit auf dem Ozean keine Inseln vermutete und die starke Strömung zwischen den Inseln den Eindruck auf die Seeleute machte, das die Inseln ständig ihre Position veränderten, benannte man sie anfänglich als ‚verzauberte Inseln‘. Erst im 19. Jahrhundert wurden sie wegen der Riesenschildkröten als Galapagosinseln benannt (bei einigen Schildkröten sieht der Panzer aus wie ein gewölbter Sattel, was als Wulstsattel übersetzt galapago heisst). Seeräuber machten sich die Inseln als Zuflucht in den folgenden Jahrhunderten zu Nutze, nachdem sie mexikanische Handelsschiffe überfallen hatten. 1835 setzte der britische Wissenschaftler Charles Darwin seine Füsse auf die Inseln und forschte und forschte und forschte. Auch hier sammelte er Eindrücke für seine Evolutionstheorie.

Viele viele Tage später landeten Patricia und ich auf der Insel ‚San Cristobal‘. Unsere Unterkunft war eines der beiden Kinderzimmer der Gastfamilie. Wir im Zimmer des 10-jährigen Sohnes. Nebenan im Mädchenzimmer Marlen und Marcel aus Berlin. Zwei liebenswerte Weltenbummler, soweit sie eine Minute Zeit haben. Wir freundeten uns an und erkundeten die Inseln gemeinsam. Kleine wie große Tiere über und unter Wasser zeigten sich uns. Riesen Landschildkröten oben und Hammerhaie unter Wasser (das nachfolgende Video ist nicht von uns, ähnelt der Sitauation jedoch sehr), sowie eine Seerobbe und Hai in ihrem Alltag (Video ist original). Ein Fischschwarm wie ein Ballon !!! Leguane und besondere Krebse tun meist nichts. Rochen schwimmen im Verbund. Seelöwen kuscheln, balgen und saugen in Gruppendynamik. Wir probieren unbequeme natürliche Schutzanzüge aus, gehen und krabbeln in Lavatunneln. Diese besondere Natur immer um uns herum. Onkel Charles Darwin lässt grüssen, auch als Statue mit Ausblick. Wir begeistern uns. Ein kleiner Canyon mit klarem Wasser erfrischt und macht Spaß.

Mr. Robert Charles Darwin alias Onkel Charles. Was er mit seiner rechten Hand andeuten mochte weiss ich nicht ? ‚In diese Richtung gehts !‘  ‚Drink bitte !‘ oder er hat nur seine Taschenlampe oder den Seesack verloren …

Vielfach schon in diversen Medien gesehen… nun auch im Oiginal ! Ein Schwarm ‚tausender‘ Fische die sich in ihrer Gesamtheit bewegen. Atemraubend.

NEU:

Nachfolgendes Video habe ich heute noch gefunden. Es entstand, als wir auf dem Weg zum TauchSpot fuhren. Die Delfine begleiteten uns ca. 10 Minuten.

Rochen im Verbund, gesehen vom Bootssteg aus

toller kleiner Canyon mit kühlem, äusserst klarem Wasser
Wir… in tollem kleinen Canyon mit kühlem, äusserst klarem Wasser
Kleiner Fischmarkt mit hungrigem tierischen Besuch.
Rechts vom Fischmarkt war eine Bank. Manche Nutzer waren auch mit gutem Zureden nicht zum Rutschen zu bewegen. Es gab keinen Übersetzer für Mensch-Tier. Im Hintergrund Lady in weisser Short.
Es lohnt sich näher ran zu gehen: Lady in Short auf Augenhöhe mit ‚Fischräuber‘
preisgünstiger und praktischer Fahrradständer
Ob Darwin das meinte mit seiner Evo-Theorie ?
Ohne repräsentative Beobachtungen kam ich zu dem Eindruck das sie meist zu 80 Prozent des Tages genau das abgebildete tun- nichts !!

Drei Tage später ging es zusammen mit einer Fähre auf die Insel ‚Santa Cruz‘. Eine Vielzahl von schönen Momenten waren auch hier unsere ! An den meisten Stränden warteten bereits Ranger auf uns, also nicht auf uns vier persönlich. Sie passen lediglich auf, das nichts verunreinigt wird oder Tiere angefasst oder gefüttert werden. Es wurden extra einfache ‚Garderobenständer‘ im Boden eingelassen, damit nichts in die Bäume gehängt wird. Auch darauf ist das Auge der sympathischen Obrigkeit gerichtet, denn ich bekam den Hinweis. Ich hatte die Gaderobenständer gar nicht bemerkt. Sorry. Um 1700 Uhr ist Schluss mit Baden. Freundlich und bestimmt werden alle angewiesen doch nun zu gehen.

Bei der Annäherung musste man langsam und aufmerksam sein. Fühlten sie sich gestört wurde man kurz und spritzig angerotzt. Ungefährlich, ekelig aber man überlebt es … ich weiss es !
Baden bedenklich.
Harmonisch ausgebauter Fußweg in die/der Natur.
Auch mal mit Geländer, damit man den Blick auf das Wesentliche nicht versäumt.

Wir vier leihen uns Fahrräder und buchen ein Taxi. Alle Taxen hier sind PickUps. Aufgrund der Temperaturen verstauen wir unsere Räder auf der Ladefläche und lassen uns auf den höchsten Punkt der Insel bringen. Mit privaten PKW darf man mit Touristen nicht ins Hochland fahren – verboten. So bekommt jeder was ab vom Touri-Kuchen. Von oben machen wir es uns bergab auf den Rädern bequem, begeistern uns für die Landschaft, besuchen Landschildkröten und begehen Lavatunnel. Die riesigen ruhigen Urviecher sind alle diversen Meter zu sehen. Sie schlafen, fressen oder gucken oder sind einfach da. Kommt man ihnen zu nah ziehen sie den Kopf ein und fauchen. In einem Lokal auf einer Ranch befinden sich mehrere ‚leere‘ Schildkrötenpanzer.

Gute Räder auf bequemen Wegen und angenehmen Temperaturen. Ein sehr entspannter Ausflug !!
Zwei Kröten mit Schnute im Schilde: Marcel und Jürgen.   Schnute hieß übrigens ein BerlinerBär im Berliner Zoo (Gruß an M und M aus B.)
Vor tausenden Jahren bahnte sich Lava seinen Weg und hinterliess diesen Tunnel, der hier 7-9 Meter hoch ist. Manch Gestein in fast Kleinwagengrösse lag  abgebrochen auf dem Boden (augenscheinlich frisch abgebrochen  –  der Kopf denkt schon mal recht verrückte Dinge – … komisch komisch).
Manchmal musste man auch runter auf die Knie und noch tiefer.
oder auch so

Das gefühlte Highlight ist jedoch unsere gemeinsame Heldentat !! Die ‚Rettung‘ einer Landschildkröte. Bei der herrlich abschüssigen Rückfahrt sehen wir eine Riesenschildkröte auf der Straße. Der Verkehr fährt umständlich um sie herum. Als wir näher kommen, sehen wir eine große Schildkröte mit geschätzten 120 kg Lebendgewicht, oder so. Wir halten alle an und wissen nicht so recht wie wir damit umgehen sollen. Eine Autofahrerin hält an und sagt, das wir nichts tun sollen, denn die Tiere fänden ihren Weg allein. Okay, wenn sie das sagt. Wir beobachten dass Geschehen weiter, fühlen uns aber nicht wirklich gut dabei. Es hält nach wenigen Minuten ein Motorrad neben uns. Der Fahrer trägt eine Uniform. Es ist ein Ranger. Er sagt zu uns, das heute unser Glückstag sei. Es ist normaler Weise verboten Schildkröten anzufassen, aber wir dürften heute das und ihr sogar helfen. Zu viert bemühen wir uns das schwer Tier zu erfassen. Gar nicht so einfach. Sie zieht ihren Kopf ein, ist verängstigt. Ihre hart geschuppten Beine versuchen unsere nahen Hände am Panzer wegzudrücken. Aber wir tragen das schwere Tier in einen grünen Seitenweg, von wo aus sie ungefährlich ihren Weg fortsetzt.
Der Ranger bedankt sich mit Handschlag, wiederholt unseren Glückstag und fährt davon. Wir vier fühlen uns irgendwie glücklich und ein wenig stolz. Haben wir gut gemacht ! Für manch einen mag es albern und kindisch klingen, das wir uns so gut fühlen eine Schildkröte von der Straße getragen zu haben !? Wenn man sich hier auf den Galapagos theoretisch, optisch und praktisch mit den Dingen der Natur beschäftigt, übermannt einen eine gewisse Faszination.
Um es nochmal festzuhalten…. Alles richtig gemacht !!!

Die Galapagosinseln bestehen aus einer Vielzahl von Inseln. Weitere Inseln zu bereisen wäre lohnenswert (das war das wohl was Du fragen würdest – Katharina !?) engt aktuell aber unsere zeitliche Organisation und ebenso die Euros ein. Inseln sind im allgemeinen meist recht teuer. Alles kostet tendenziell mehr. Ecuador sieht die Galapagos als Naturpark und nimmt schon bei der Einreise 100 US-Dollar Eintritt plus 20 Dollar Gebühren. Jede Insel verlangt zudem 30 Dollar Hafengebühr – pro Person versteht sich.

Dann gab es da noch dieses ‚Gerücht‘. Einheimische erzählten uns, das sich die ecuadorianische Regierung von China eine Menge Geld geliehen habe. Sollte der Kredit nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden, würden die gesamten Fischereirechte um die Galapagosinseln an China fallen. Leider habe ich im www dazu nichts konkretes gefunden. Ob das nun ein gutes oder schlechtes Zeichen ist… ?! Entsetzlich wäre die Vorstellung allemal.
Leider müssen wir uns nun von M und M trennen. Hat Spaß gemacht mit Euch ! Danke ! Wir bleiben digital in Kontakt, denn ihr kommender Weg ist unser gegangener und genau umgekehrt. So helfen wir uns gegenseitig auf den ansthenden Reisen.

Unser Flug bringt uns in die größte Stadt Ecuadors…

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